Eine Schlenkerbein-Puppe selbst nähen? Ja!

Eine Schlenkerbein-Puppe selbst nähen? Ja!

Endlich ist das Schnittmuster für die Schlenkerbein-Puppen online. Juhu! Schnapp es dir schnell zum Einführungspreis und nähe selbst eine Puppe für Weihnachten. KLICK HIER.

Schlenkerbein

Das ist das aktuellste Schlenkerbein, das ich genäht habe. Ich mag diese Puppenform so gern! Sie sind kuschelig und machen jeden Spaß mit, können sogar allein sitzen und schmiegen sich richtig schön in die Arme.

Ich gebe bei dem Schnitt nur eine Kurzanleitung, denn ich denke, die meisten von euch sind mit den Grundlagen des Puppenhandwerks vertraut. Falls nicht, habe ich auch ein ebook für Anfänger: Meine 1. Puppe. Ich erkläre euch bei dem Schnitt meine spezielle Art, die Püppchen zu nähen. Dabei schneide ich den Stoff nicht vor dem Nähen aus, denn wie wir alle wissen, rollen sich dehnbare Stoffe wie Jersey oder Nicki gern mal ein. Das macht es schwierig, exakt zu nähen. Mit meiner Methode kein Problem!

Die Schlenkerbeine werden am schönsten aus Nickistoff. Jersey geht auch, doch etwas dickere Stoffe sind besser geeignet. Auch ein dünner Frottee oder Sweat machen ein gutes Ergebnis. Die Größe der fertigen Puppe beträgt rund 28 cm. 

Varianten:

Es gibt drei Varianten beim Schnittmuster für ein Schlenkerbein. Ganz einfach mit abgebundenen Händchen, mit eingenähten Händen aus Trikotstoff und mit einem Webband auf dem Bauch.

Für wen ist eine Schlenkerbein Puppe geeignet?

Du kannst so ein Püppchen schon für die Kleinsten nähen, indem du ein Mützchen annähst und kuschelige Stoffe verwendest. Für Größere bietet es sich an, eine richtige Frisur herzustellen. Das geht entweder mit Mohair-Wolle oder Löckchenwolle. Ich habe HIER gezeigt, wie ich diese Frisuren mache. Natürlich kannst du auch kleine Hosen, Pullover oder Jacken für so eine Schlenkerbein Puppe nähen oder stricken. Dafür gibt es allerdings keine Anleitung von mir 🙂

Was ich immer sehr niedlich finde, ist ein farblich passendes Halstuch. Ich freue mich, wenn ihr durch meine Anleitungen selbst ein Püppchen macht und wünsche euch viel Spaß dabei.

Was sich Puppenmacher wünschen

Was sich Puppenmacher wünschen

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Natürlich kann ich nicht für alle Puppenmacher/innen sprechen, doch wenn ich eine Puppenmacher-Wunschliste bei Etsy erstelle, dann sieht sie so – oder so ähnlich – aus. Das Puppenmachen ist eine erfüllende Arbeit, die jedoch sehr auf die Hände gehen kann. Diese brauchen besondere Pflege. Und natürlich sind auch ein paar schöne Tools auf der Liste, die man sich zwischendurch ruhig einmal gönnen kann.

Was sich Puppenmacher wünschen
Photo Credit: www.etsy.com
  1. Supersüße gehäkelte Körbe, die man mit allerlei Werkzeug, Puppengarn und Schafwolle befüllen kann. Das Nähen macht gleich doppelt so viel Spaß, wenn man schöne Tools hat!
  2. Ein genialer hölzener Häkelnadelhalter, der in Handarbeit entstanden ist. In dem Shop gibt es auch außergewöhnliche, ergonomische Häkelnadeln. Je nach Wolle braucht man als Pupppenmacher/in ja ganz verschiedene Stärken bei den Nadeln. Ob man aus Lockenwolle eine Frisur häkelt oder Häkelblumen macht, immer braucht man die perfekte Nadel.
  3. Diese Stickschere schimmert in Regenbogenfarben. Mehr Worte muss ich gar nicht verlieren.
  4. Welches ist euer Lieblingsduft, auch die Rose? Ich liebe Rosenduft am meisten. Mit so einer Duftkerze wird es im Puppenatelier ganz sommerlich. Mmhh…
  5. …und weiter geht es mit dem Lieblingsduft., diesmal an den Händen. Als Puppenmacherin wasche ich mir häufig die Hände, doch ich creme sie erst nach der Arbeit ein. Und dann soll es eine reichhaltige, nährende Creme sein, die sehr gern nach Rosen duften darf.
  6. Feste Gliedmaßen stopfen geht auf die Hände, wow! Ich mache es nur selten, aber ich denke, dieses Tool gehört unbedingt in mein Atelier. Das Stopfholz bündelt die Kraft der Hände und ermöglicht so feste und gleichmäßige Glieder an der Puppe.
  7. Sind die nicht niedlich? Ich verliebe mich immer wieder in Stoffpuppen von anderen Puppenmacher/innen, zum Beispiel in diese Lavendel-Kinder. Wenn eines neben der Nähmaschine steht, muss man nur etwas am Bauch drücken und mhh…der beruhigende Duft des Lavendels entströmt.
  8. Ein Handschmeichler dient nicht nur als Glücksbringer, den man in der Tasche mit sich tragen kann, er ist auch eine Wohltat für beanspruchte Hände, die sich beim Schmeicheln und Streicheln etwas entspannen können.

Und, wie gefällt euch meine Liste? Gönnt ihr euch manchmal schöne Dinge für eure Nähstube, mal ganz abgesehen von tollen Stoffen natürlich?

Bio Stoffe für dein Püppchen – am Kindertag mit 10% Rabatt!

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Um sicheres Spielzeug herzustellen, ist das passende Material der erste, wichtige Schritt. Bio Stoffe bieten dir die Sicherheit, dass deinem Kind nichts passieren kann, wenn es an seinem Spielzeug kaut oder nuckelt, so wie es die kleinen Kinder gern tun.

Der Unterschied beginnt schon beim Anbau der Baumwolle, die normalerweise mit Pestiziden behandelt wird. Es ist eine empfindliche Pflanze, die bei massenhaftem Anbau nur so geschützt werden kann. Bei Biobaumwolle ist das anders, denn hier wird auf einen schonenden Anbau Wert gelegt. Auch die Verarbeitung und Färbung ist ungiftig. Zudem wird weniger Wasser eingesetzt.

Das Thema Bio bei Textilien ist schon im breiten Bewusstsein der Masse angekommen. Auch beim Nähen eines Püppchens oder von anderen Spielzeug aus Stoff solltest du nur zu solchen Stoffen greifen. So wird ein sicheres Spielzeug!

Ich kaufe meine Stoffe meistens online und gerne auch bei stoffe.de. Und da gibt es – nur am Freitag, den 20.9. – eine tolle Aktion zum Kindertag! Alle Kinderstoffe 10 % günstiger. Schaut gleich mal rein!

Hier sind ein paar meiner Favoriten:

Bio Stoffe zu verwenden schon die Umwelt und ist gesund für unsere Kinder. Dann machen wir das einfach! 🙂

Wunschliste gewinnen + Aktion Sommerende – 10% Gutschein bei Makerist

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Hallo, Freunde der klappernden Nähmaschinen! Heute melde ich mich, um euch auf zwei tolle Aktionen bei Makerist aufmerksam zu machen.

10% Rabatt Gutschein bei Makerist

Klickt auf diesen Link und holt euch einen Nachlass. Jetzt ist die richtige Zeit, um sich mit tollen Nähideen, Anleitungen und Materialien für die kühlere Zeit einzudecken. Die Aktion Sommerende geht noch bis zum 17.9. 2019.

Die 2. Aktion ist genau so toll, doch da müsst ihr etwas schneller sein, denn sie gilt nur heute:

Gewinne deine Wunschliste bei Makerist

Schaut euch bei Makerist um legt fleißig Anleitungen in eure Wunschliste! Am Ende des Tages werden drei Gewinner gezogen, die ihre Liste geschenkt bekommen.

Für mich ist der Winter die Zeit des Strickens, darum habe ich unter anderem folgende Dinge auf meiner Liste notiert:

Ich liebe Patent, weil es so kuschelig ist. Diese Jacke kann ich sehr gut gebrauchen!
rosa p. macht tolle Sachen und so ein Pullover ist bestommt schnell gestrickt und kuschelig.
Bei dem Muster muss man sich etwas konzentrieren und sollte nicht nebenbei in den TV schauen…aber das kenne ich vom Puppenmachen, viele Sendungen “höre” ich nur 😛
Dieses Anfänger Set würde ich wahrscheinlich verschenken, denn in meiner Familie geht aktuell wieder ein Näh-Virus um 🙂
Ein Wickelkleid kaschiert immer ein paar Pfund und ist deswegen sehr beliebt. Bei so großen Teilen wähle ich lieber das Papierschnittmuster als das ebook. Es kostet zwar mehr, spart aber Zeit!

So, meine Wunschliste bei Makerist ist prall gefüllt, denn ich habe noch ein paar Stoffe von lillestoff hineingelegt – und deine?

Eine Stoffpuppe waschen

Eine Stoffpuppe waschen

oder: Hilfe, ich war in der Waschmaschine!

TIPP: Eine Stoffpuppe, die mit Schafwolle gefüllt wurde oder die ihr mit diesem natürlichen Material hergestellt habt, sollte nicht in der Waschmaschine gewaschen werden. Sowohl die Wolle als auch das Mohair neigen zum Filzen, wenn sie hohen Temperaturen oder mechanischer Beanspruchung wie bei beim Schleudern ausgesetzt sind.

So wäscht man eine Stoffpuppe:

  1. Leichte Verschmutzungen kann mit sanft mit einem Tuch entfernen. Nicht stark reiben!
  2. Braucht die ganze Puppe ein Bad, dann lässt man ihr ein handwarmes Bad in einer Schüssel mit etwas Wollwaschmittel ein.
  3. Dort kann sie sich schön entspannen und die Flecken werden “angeweicht”.
  4. Nach dem Bad gründlich spülen. Nicht die Temperatur schnell wechseln und nicht wringen. Auch nicht schleudern, nur sanft ausdrücken.
  5. Dann das Püppchen eingewickelt in einem Handtuch trocknen lassen. Es dauert rund zwei bis drei Tage, bis es trocken ist.

Muss man eine Stoffpuppe unbedingt waschen?

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Püppchen nach Waldorfart in maritimen Stoffen

Püppchen nach Waldorfart in maritimen Stoffen

Passend zur Urlaubszeit habe ich ein Püppchen in maritimen Stoffen nach Wunsch gemacht. Zum Teil wurden hier auch neue Stoffe verarbeitet, die ihr in meiner Übersicht ganz unten finden könnt. Auf der Seite könnt ihr euch auch über Preise informieren und per Mail ein Püppchen bestellen. Jetzt aber erst mal ein paar Bilder:

Die Zöpfe können natürlich auch geflochten werden.
Das Halstuch ist zum Wenden.

Ich finde sie total niedlich. Und wisst ihr, was das Beste ist? Dieses Püppchen wird auf einem Hausboot wohnen. Da wird man glatt ein wenig neidisch, oder? 😉 Ich finde das jedenfalls total aufregend. Mit ihren maritimen Stoffen passt die Puppe natürlich toll auf das Boot. Liebe Grüße und genießt den Sommer!

Eine Waldorfpuppe – ist das heute noch zeitgemäß?

Eine Waldorfpuppe – ist das heute noch zeitgemäß?

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Zusammenfassung: Waldorfpuppen sind heute auf jeden Fall noch zeitgemäß, gerade weil sie sich vom Zeitgeist unterscheiden. Ihre zurückhaltende Ästhetik tut einem Kind gut. Die Welt wird immer bunter und lauter. Viele kleine Kinder vertragen das nicht gut. Eine Waldorfpuppe bildet einen kleinen Gegenpol. Zudem handelt es sich bei einer solchen Puppe um ein Einzelstück. Oft werden sie speziell für ein bestimmtes Kind angefertigt. Dabei ist jedoch zu beachten, dass der Begriff Waldorfpuppe von den vielen kleinen Manufakturen eigentlich nicht verwendet werden darf. Die Namensrechte liegen beim Bund der Freien Waldorfschulen, die eine Lizenz an Käthe Kruse vergeben haben. Individuell gefertigte Puppen sind immer Stoffpuppen nach Waldorfart. Puppen, die direkt in Waldorfschulen gefertigt werden, dürfen jedoch trotzdem diesen Namen tragen. Viele der Kruse Puppen sind jedoch nicht so “waldorf-artig”, wie man es vermuten würde. Am ehesten hat das Modell Schatzi in meinen Augen den zurückhaltenden Gestus.

Die kleine Manufaktur Nanchen macht ebenfalls Stoffpuppen mit einer sehr zurückhaltenden Ausstrahlung, welche die Fantasie der Kinder anregen können. Die Gesichter sind gemalt und haben einen großen Wiedererkennungswert. Dem Begründer der Waldorfpädagogik wären sie wahrscheinlich trotzdem zu sehr ausgearbeitet.

Was ist eine Waldorfpuppe?

Eine Waldorfpuppe unterscheidet sich stark von den meisten Puppen aus dem Spielzeughandel. Waldorfpuppen sind vollständig aus natürlichen Materialien gefertigt, aus Wolle und Stoff. Sie sind weich und anschmiegsam. Ein ganz typisches Merkmal ist ihr zurückhaltender Gesichtsausdruck. Dem Kind soll so die Möglichkeit gegeben werden, im Spiel jede Empfindung in die Puppe hineinzudenken. Ursprünglich hatten die Waldorfpuppen gar kein ausgearbeitetes Gesicht. Einem Erwachsenen mag das seltsam erscheinen, für Kinder ist es jedoch kein Problem, ganz im Gegenteil. Sie denken sich einfach alles in die Puppe hinein, die so jedes Spiel mitmachen kann.

Diese Marionetten-Puppe hat meine Tochter in der Schule genäht.

Aus meiner Praxis: Ganz selten werden einmal Puppen ohne Nase gewünscht. Das ist für die meiste Erwachsenen ein sehr ungewohnter Anblick. Ihr könnt aber sicher sein, das Kind sieht die Nase, in seinen Augen fehlt nichts! Übrigens: Die Nase ist immer der empfindlichste Teil an einer Puppe. Wird sie viel geliebt, dann scheuert der Trikotstoff an dieser Stelle schnell durch.

Immertreu Stoffpuppe

Die Grundlage der Waldorfpuppe ist die Waldorfpädagogik

Rudolf Steiner, der Begründer der Waldorfschulen, plädierte dafür, mit einem Spielzeug immer die Fantasiekräfte des Kindes anzuregen. Am besten seien dafür natürliche Materialien wie Holz, Wolle, Filz und mit Pflanzenfarben gefärbte Tücher in sanften Farben geeignet. Harte Kontraste und starre geometrische Formen lehnte er ab. Ein kleines Kind soll vor allem schöne Dinge zu sehen bekommen, denn das prägt es. Steiner war jedoch nicht der erste, der so dachte. Auch Jean Paul, eigentlich Johann Paul Friedrich Richter, ein deutscher Dichter, Publizist und Pädagoge, glaubte, dass alle Dinge, mit denen das Kind zuerst in Berührung kommt, es für immer prägen.

Alles Erste bleibt ewig im Kinde;
die erste Farbe, die erste Musik, die erste Blume,
bilden den Urgrund des Seins.
Jean Paul

Ich denke, vor allem beim Material können Waldorfpuppen oder Puppen nach Waldorfart auch heute noch überzeugen. Sie sind komplett aus Stoff gefertigt und mit Schafwolle gefüllt. Dadurch sind sie auch nur mit der Hand waschbar. Viele Eltern mag das abschrecken, doch eines sollte man nicht vergessen: Eine Puppe ist eine kleine Persönlichkeit und für ein Kind wie ein kleiner Freund. Und seine Freunde steckt man nicht in die Waschmaschine… Wer einmal eine warme und weiche Stoffpuppe in den Armen gehalten hat, der wird verstehen, was ihren Liebreiz ausmacht…den eine Puppe aus Plastik meistens nicht erreichen kann.

Was das Aussehen betrifft, hat sich heute jedoch vieles verändert. Die Technik des Puppenmachens wurde aufgegriffen, neu interpretiert und zur Perfektion gebracht. Besonders die Ausarbeitung der gefilzten Gesichter lässt den Betrachter häufig staunen. Bäckchen, Lippen, Grübchen, Näschen – oft sehen die kleinen Wesen fast realistisch und, wenn sie gut gemacht sind, immer sehr hübsch aus. Besonders die amerikanischen Kolleginnen sind hier ganz weit vorn. Manche Puppen werden für Hunderte Dollar verkauft – und sind dann wirklich nur Sammlerstücke.

Die Pflege einer Stoffpuppe

Eigentlich ist die Pflege einer Waldorfpuppe oder Puppe nach Waldorfart nicht schwer. Die Schafwolle wirkt antibakteriell und gegenüber dem Aussehen sind Kinder deutlich toleranter als Erwachsene. Sie machen sich die Puppe richtig “zu eigen”. Wenn es einmal sein muss, dann kann die Stoffpuppe nach Waldorfart ein warmes Bad mit etwas Wollwaschmittel nehmen. Nicht reiben, nicht zu fest drücken und Geduld haben! So gelingt die Pflege leicht.

Wollt ihr wissen, warum ich Puppen mache? Dann lest hier weiter:

Wie ich zum Puppenmachen kam

Ich kann mich noch ziemlich gut an meinen ersten Kontakt mit Waldorfpuppen erinnern. Es ist jetzt beinahe 20 Jahre her. Meine Töchter gingen auf die Waldorfschule und besuchten den alljährlichen Weihnachtsbasar. Leider ohne mich, denn ich war gerade schwanger, es gab Komplikationen und ich musste das Bett hüten. Da ich jedoch hier und da schon einmal gehört hatte, wie jemand ehrfürchtig das Wort Waldorfpuppe aussprach, war meine Neugier geweckt. Ich bat meine Töchter, mir ein Püppchen mitzubringen. Ich bekam eine süße kleine Puppe in Orange und Grün und ein Dekorationspüppchen in Weiß und Gold. Ich war ganz fasziniert, denn sie sind so anders als die Puppen aus dem Handel. Jede ist wirklich einzigartig! Darum war ich sehr froh, als wir 2004 in der Krabbelgruppe meiner Jüngsten gemeinsam Schlamperle (Puppen im weichen Stoffkörper mit Armen und Beinen) nähten. Obwohl wir die gleiche Lehrerin hatten, sah jedes Püppchen ganz anders aus. Ich habe seit meiner Kindheit Freude am Gestalten, aber das war eine ganz neue Erfahrung für mich – wie faszinierend, aus etwas Schafwolle und ein bißchen Stoff ein kleines Wesen entstehen zu lassen, das dann freudestrahlend in die Arme geschlossen wird!

Meine erste Puppe habe ich für meine Tochter genäht – aus rosafarbenem Frottee. Sie hat über die Jahre ein wenig gelitten, aber das macht sie nicht weniger schön.

Die Gründung von Immertreu

Ich muss sagen, dass ich das Puppenmachen in der Zwischenzeit aus den Augen verlor. Als ich jedoch einmal bei einer anthroposophischen Ärztin war, entdeckte ich im Wartezimmer eine ganze Reihe an Waldorfpuppen. Alles handgemachte Individuen, und die Ärztin erzählte mir auch, wie teuer diese gewesen waren. Bei dem Preis hätte ich mir damals eine solche Puppe niemals leisten können. Also begann ich wieder, sie selbst zu nähen. Einerseits wollte ich selbst welche haben, andererseits erschwingliche Modelle entwerfen.

Ich habe dann einige Puppen genäht, für meine Tochter, für die Kinder von Freunden, ich habe experimentiert und kleine Herzchen und Sterne mit Köpfchen genäht, Puppen im Säckchen und Puppen mit Beinen, Kleine und Große. Ich besaß keine Nähmaschine, ich habe jede einzelne Naht von Hand geschlossen und jedes einzelne Haar mit Mohairgarn aufgenäht. Das war meine “Lehrzeit”.

Weihnachten 2005 bekam ich dann eine Nähmaschine und natürlich ging dann alles viel schneller. Ich nähte nun auch Gliederpuppen, meine Lieblinge blieben jedoch immer die Püppchen im weichen Stoffkörper. Als ich mein Studium der Philosophie nach der Babypause wieder aufnahm, gab es eine Zeitlang weniger Raum für meine handwerkliche Arbeit. Immerhin galt, es den Alltag mit drei Töchtern, das Studium, das Engagement in der Schule und die kleinen und großen Herausforderungen des Lebens zu organisieren. Nach einigen Praktika in verschiedenen Firmen und der Erkenntnis, das keine dieser Arbeiten mein Herz berührte jedoch, wagte ich 2007 den Schritt in die Selbständigkeit und gründete mein Label “Immertreu”. Ich professionalisierte meine Arbeit mit den Puppen, baute meine erste homepage, begann zu bloggen, handelte mit Puppenmachermaterial und schrieb mein erstes ebook, damit auch andere Mamas ein Püppchen für ihr Kind herstellen können. Einige Jahre war ich hauptberuflich Puppenmacherin und habe als alleinerziehende Mutter meine kleine Familie mit diesem schönen Handwerk versorgt. Das war nicht immer leicht, wie manche sich vorstellen können!

Auch heute verschicke ich noch Puppen-Post <3


Seitdem ist viel passiert. Die viele Handarbeit geht sehr auf die Hände, und so glücklich mich das Handwerken macht, mir fehlte ein wenig der Ausgleich “im Kopf”. Heute schreibe ich hauptberuflich und mache meine Immertreu Stoffpuppen nach Waldorfart im Nebenerwerb. Für mich die perfekte Mischung! Denn eines ist klar: Waldorfpuppen sind sehr niedliche und wertvolle Spielzeuge und natürlich Sammerlobjekte für Große. Es wäre schlimm, wenn sie aus der Welt verschwinden würden, denn sie sind etwas ganz Besonderes. Zart, weich, mit einem besonderen Duft nach Schafwolle (und Lavendel) und bereit, der treueste Begleiter eines Kindes zu werden. Und wenn mich solche Bilder erreichen:

Nach Jahren immer noch: Liebe <3

…dann weiß ich, das ich noch ganz lange Puppen nähen werde. Danke fürds Lesen!